Eine schöne Erinnerung: Schreiben

In diesen Tagen geht eine schöne und inspirierende Zeit im Kurs „Online-Redakteur“ bei WBS Training zu Ende. Viel Interessantes und Neues wurde vermittelt. Besonders gern erinnere ich mich an eine Gruppenarbeit, bei der unsere Gruppe einen Social Media -Plan für den fiktiven Schallplattenladen „Black Stuff“ erarbeitete. Der folgende Text (intendiert als Blogbeitrag) war damals mein Beitrag in der Gruppe. Jetzt kann ich ihn wirklich auf einen Blog stellen – schönes Gefühl.

Was wir an unserem Hobby lieben

Schön, dass Sie unseren Blog besuchen! Seien Sie uns hochwillkommen in der wunderbaren Welt der Musik. Sie teilen vieles mit uns, wenn Sie hierher zu Black Stuff gefunden haben. Natürlich die Liebe zum „schwarzen Gold“, die Gänsehaut, wenn sich die Nadel in die Einlaufrille einer lang ersehnten Neuerwerbung senkt. Möglicherweise auch eine Vorliebe für sehr guten Kaffee und sehr gute Gespräche: Wir verstehen uns. Als gute Freunde teilen wir noch einiges mehr. Wir müssen ja nicht immer darüber reden, aber manchmal haben wir beide es nicht leicht. Wir von der Black Stuff Family müssen uns ja bisweilen fragen lassen: Warum verkauft ihr im einundzwanzigsten Jahrhundert eigentlich Schallplatten, ja wirklich: Schallplatten(!)? Wir pflegen dann zu sagen: Erstens, weil wir Schallplatten lieben – und diese Liebe wollen wir weitertragen. Und zweitens: Weil es Menschen gibt, die Schallplatten – jawohl: Schallplatten! – kaufen wollen: vermutlich auch aus Liebe.

Wenn hier so oft von Liebe die Rede ist, dann lassen Sie uns mal sehen, ob uns der Dichter Erich Fried mit seinem berühmten Gedicht „Was es ist“ Erhellendes sagen kann.

„Es ist Unsinn

sagt die Vernunft

Es ist was es ist

sagt die Liebe“

Wow, war Fried am Ende Audiophiler? Dass das Treiben von uns Audiophilen Unsinn sei, sagt uns so direkt zwar niemand ins Gesicht, aber erklären Sie mal wem, warum Sie schon wieder das Kabel zwischen Vor- und Endstufe gegen ein anderes, doppelt so teures tauschen mussten (war natürlich ein einmaliges Sonderangebot). Erklären Sie mal, warum Sie neuerdings besser hören, seit Sie Ihre Lautsprecherkabel mit Mini-Ständern aus einem afrikanischen Holz vom Erdboden entkoppelt und damit gegen sogenannten Trittschall geschützt haben. Es ist was es ist, sagt der Klang. Sie wissen, was Sie tun. Sie sind auf dem geheimnisvollen und faszinierenden Weg der audiophilen Gralssuche ein Stück weitergekommen – zumindest für einige Monate!

Nach Hesse wohnt jedem Anfang ein Zauber inne: Die erste Liebe, der erste Job. Wir wissen: Sie erinnern sich genauso gern wie wir an den Moment, als Sie einer von uns wurden – ein Audiophiler. Bei mir war es ein Album des legendären Labels Sheffield Lab, nämlich Just Ahead von Pat Coil – gehört Anfang der 90er im Akustikstudio Huber im hochrheinischen Städtchen Waldshut.

Danach war für mich die Welt eine andere: Ich dürstete nach mehr Wissen und mehr Platten und weiteren Hi-Fi-Horizonten. Viele Jahre später, um viele Platten und einige Geräte reicher, vermute ich, dass hinter dieser Suche sich am Ende etwas verborgen hält: Die Sehnsucht nach dem Klang der allerersten eigenen Schallplatte, Ende der 80er Jahre aus einer Plastikwanne in einem Secondhandshop in Augsburg gefischt, zum studentenfreundlichen Preis von damals einer D-Mark erworben, in der Studentenbude auf den alten, gebrauchten Dual gelegt – und dann infiziert werden – von der Stimme Graham Parkers (es war dessen Album The Up Escalator) und von der Erregung, dem Aufbruch, der Leidenschaft, die man in Rillen speichern kann.

Und welche Platte war es bei Ihnen? Besuchen Sie uns bei Black Stuff, lassen Sie uns bei einem erstklassigen Kaffee in vielem schwelgen: In Erinnerung, in Austausch und Vergleich, im Entdecken von Neuem und den tausend kleinen Versuchungen, die unsere wunderbare Hi-Fi-Welt bereithält: Zum Beispiel könnten Sie unser momentanes Lieblingszubehör testen – die allerliebsten Ziegenhaarplattenbürsten von Simply Analog. Hübscher Firmenname übrigens: Simply Analog. Es ist ganz einfach: Es ist was es ist, sagt die Liebe. So simple, so true.

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